Unter einem Bronchialkarzinom versteht man eine bösartige Neubildung entarteter Zellen der Bronchien oder Bronchiolen. Der Lungenkrebs ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen. Die Anzahl an Neuerkrankungen pro Jahr (Inzidenz) beläuft sich in Mitteleuropa auf 60 pro 100.000 Einwohner, in Deutschland erkranken ca. 50.000 Menschen pro Jahr an einem Lungenkrebs, mit steigender Tendenz.
Hauptursache ist das inhalative Tabakrauchen, daneben gibt es einige Stoffe, die den Tumor auslösen können (z. B. Asbest oder Chrom). Alle anderen Ursachen treten weit in den Hintergrund. Das Verhältnis von erkrankten Männern zu Frauen liegt bei 3:1, wobei es wahrscheinlich aufgrund der Änderungen im weiblichen Tabakkonsumverhalten immer mehr zu einer Angleichung kommen wird.
Das Gefährliche an allen Lungentumoren wie auch bei vielen anderen Krebsarten ist, dass sie erst spät Symptome bzw. Beschwerden verursachen. Das Frühstadium eines Lungenkrebses verursacht in aller Regel überhaupt keine Beschwerden.
Symptome wie Husten, Schmerzen des Brustkorbes, Atemschwierigkeiten, Heiserkeit sowie Bluthusten sind Spätsymptome, die dringend abklärungsbedürftig sind.
Es gibt verschiedene Gewebetypen von Lungenkrebsen. Im Wesentlichen unterscheidet man ein kleinzelliges Karzinom von einem nicht kleinzelligen Karzinom, häufig handelt es sich jedoch auch um Mischtumoren.
Eine wichtige Rolle bei der Diagnose eines Lungenkrebses spielen die bildgebenden Verfahren wie ein Röntgen Thorax oder eine Computertomographie. Die Lungenspiegelung (Bronchoskopie) wird zur Gewinnung von Gewebeproben zur Sicherung der Diagnose des Tumors herangezogen. Daneben gibt es eine Reihe von aufwändigeren Untersuchungsmethoden, die regelmäßig bei der Stadieneinteilung (Frühstadium oder fortgeschrittenes Stadium) zum Einsatz kommen.
Im Frühstadium eines Lungenkrebses wird, sofern der Patient sich in einem klinisch guten Zustand befindet, operiert. Die Prognose von Patienten, die im Frühstadium eines Lungenkrebses behandelt worden sind, ist ausgesprochen gut (5-Jahres-Überlebensrate >85%). Häufig wird der Lungenkrebs jedoch erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. In diesen Fällen kommt der Einsatz von chemotherapeutischen Verfahren und/oder strahlentherapeutischen Behandlungen in Frage. In einigen Fällen werden die Therapiearten ergänzend zu einem chirurgischen Eingriff eingesetzt. Vor der Operation dienen sie dazu, den Tumor zu verkleinern und so den chirurgischen Eingriff zu erleichtern. Tumoren, die zunächst zu groß für eine operative Entfernung sind, können manchmal nach einer solchen Vorbehandlung verkleinert und nachfolgend operiert werden. In anderen Fällen wird eine chemotherapeutische und/oder strahlentherapeutische Behandlung nach operativem Eingriff durchgeführt, um die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens (Rezidiv) des Tumors zu verringern.
Im fortgeschrittenen Tumorstadium mit Absiedlung von Tochtergeschwulsten in benachbarten Organen (Metastasen) ist die chemotherapeutische Behandlung Mittel der Wahl und dient dazu, die Schnelligkeit eines Tumorwachstums zu verringern, das Tumorwachstum zurückzudrängen oder sogar in seltenen Fällen ganz zu beseitigen.
Eine Chemotherapie kann oft ambulant, z. B. in einer spezialisierten Arztpraxis oder in einer Krankenhausambulanz durchgeführt werden. Auf Wunsch des Patienten ist auch eine stationäre Behandlung möglich.
Lungenzentrum
Tel.: 0241 7501.525 (Sekretariat)
Fax: 0241 7501.530 (Sekretariat)